
Der Energiebedarf wächst weltweit scheinbar unaufhaltsam, während herkömmliche Energiequellen gleich zweifach hinterfragt werden müssen: einerseits hinsichtlich der Verfügbarkeit, andererseits unter dem Aspekt der Ökologie.
Von allen neuen erneuerbaren Energieressourcen ruhen auf der Geothermie die grössten Hoffnungen. Sie erlaubt eine zuverlässige Erzeugung von Bandenergie, und dies unabhängig von Klima, Saison, Tages- und Jahreszeit. Geothermie liegt uns sozusagen direkt zu Füssen und lässt sich kostengünstig, sauber und nachhaltig nutzen.
Erdwärme wird von jeher genutzt – sei es aus Thermalquellen, Thermalwasserbohrungen oder mittels geothermischer Kraftwerke in vulkanischen Gebieten. Für eine breite, geografisch weitgehend unabhängige Nutzung der geothermischen Energie sind allerdings neue Techniken erforderlich. Das Hot-Fractured-Rock-Verfahren, wie es in Basel entwickelt wird, ahmt das Prinzip des Durchlauferhitzers nach. Wasser wird in die Tiefen des Kristallingesteins gepresst, um an anderer Stelle, nach einer Reise durch heisse Risse und Klüfte, wieder hochgepumpt zu werden. Nicht umsonst spricht man im Zusammenhang mit dem Hot-Fractured-Rock-Verfahren in der Energieversorgung von einer Schlüsseltechnologie: Mit diesem Verfahren, das sich nicht mehr auf vulkanische Gebiete beschränkt, eröffnet sich weltweit ein riesiges Potenzial für eine saubere und nachhaltige Stromproduktion überall dort, wo Strom gebraucht wird. Mit dem Geothermieprojekt in Basel soll die Machbarkeit dieser Technologie geprüft werden. Wegen mehrerer durch das Projekt verursachter Erdstösse ruhen zurzeit die Tätigkeiten.
