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Landräte siegen gegen EBL-Powerteam in Herzschlagfinale

Nach einem Jahr Pause ging gestern Abend zum achten Mal das Eishockey-Derby zwischen dem EBL-Powerteam und dem Baselbieter Landrat über das Eis. In einem Spiel, das alles bot und an Spannung kaum zu überbieten war, misslang den Gastgebern die Revanche für die überraschende Niederlage aus dem Jahr 2010 in wirklich allerletzter Sekunde.

Szenen, wie man sie nicht mal in der National League A sieht, spielten sich gestern
Abend auf der Sissacher Kunsti ab. Wenn die EBL zum Derby gegen den Baselbieter
Landrat lädt, dann fallen die Tore gewöhnlich wie reife Birnen. Es gibt filigran ausgetänzelte Goalies zu bewundern und Pucks, die frei vor dem Tor liegen – und nicht getroffen werden. Und es gibt Politiker zu bewundern, die sicherer Reden halten, als auf dem Eis zu kurven.


Doch zwischen den manchmal taumelnden Landräten - Pia Fankhauser oder Stephan
Grossenbacher gaben ein besonders fröhliches Bild – gab es auch Höhenflüge. Insbesondere die Verstärkungen aus den Reihen des EHC Zunzgen-Sissach hielten die Politiker lange Zeit im Spiel – und schafften gar die unerwartete Wende.
3 : 1 besagte die Anzeigentafel Minuten vor Spielende – 3 : 1 für die EBL wohl bemerkt.
Dann drehten Beat Schaffner als Passgeber und Hansjörg Thommen als Vollstrecker auf,
um innerhalb einer knappen Minute zum 3 : 3 auszugleichen. Und wie heisst es so
schön? Wer seine Chancen nicht nutzt, den bestraft das Leben. Genauso verhielt es sich gestern Abend.


Das Powerteam hatte von Beginn weg das Spiel gemacht, erarbeitete sich glänzende
Torchancen und lauerte geschickt auf Konter, die durch die oft unsortierte Abwehr der Landräte auch noch begünstigt wurde. Sogar besser vorbereitet hatte sich das Powerteam – mit dem traditionellen Trainingswochenende in Grindelwald im November und Extraportionen Pasta zur Mittagspause, während sich die Vorbereitung, etwa von Regierungsrat Isaac Reber und Landrat Stefan Zemp, auf eine Zigarette am Eisfeldrand beschränkte.


Zwischenzeitlich hatte EBL-Stürmer Beat Andrist sein Team ein letztes Mal in Führung
geschossen, doch die Politik schaffte drei Minuten vor Ende noch einmal den Ausgleich. Dann zog Beat Schaffner Sekunden vor Spielende und beim Stand von 4 : 4 aufs Tor von EBL-Hintermann Markus Müller. Er täuschte links an, täuschte rechts an – und versenkte den Punk zum entscheidenden 5 : 4 im Netz. Auf der Politikerbank brachen alle Dämme – und das Powerteam zollte fairen Applaus. Besonders nach der knappen und vor allem überraschenden Niederlage bei der letzten Auflage des Derbys hatte sich das Powerteam vorgenommen, den Politikern auch nach einem langen Sitzungstag keine Geschenke zu machen. Schon nach dem ersten Bully war klar, wer hier das Spieldiktat in die Stöcke nehmen würde. Das Powerteam legte denn auch los wie die Feuerwehr. Schnell hiess es 2 : 0, später 3 : 1, letztlich aber 4 : 5.

 

Das Spiel lebte von der Spannung, die nicht grösser hätte sein können. Anzumerken
bleibt daneben, dass einzig gegen das Landratsteam Strafen ausgesprochen wurden,
während das Spiel ansonsten an Fairness – selbst nach dem unverhofft bitteren «sudden death» – kaum zu überbieten war. Im nächsten Jahr wird das Powerteam einen erneuten Anlauf nehmen, den Pokal an die Mühlemattstrasse zurückzuholen. Im Overall steht es übrigens nun 5 : 3 für die Landräte.

 

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Monday, 16.01.2012 11:03 11:03 Alter: 122 Days