15.06.2015

Geothermie-Projekt in Haute-Sorne ist bewilligt

Die Geo-Energie Suisse AG erhält vom Kanton Jura grünes Licht für das Pilotprojekt zur Nutzung der Tiefengeothermie in Haute-Sorne. Damit rückt die Vision, zukünftig aus Erdwärme konstante Bandenergie zu produzieren, in greifbare Nähe. An einer gemeinsamen Medienkon- ferenz präsentieren die zuständigen Behörden und die Geo-Energie Suisse AG am 15. Juni 2015 die Eckdaten des Projekts.

Dank ihrer CO2-Neutralität und der beinahe unbeschränkten Verfügbarkeit, zählt die Geothermie zu den langfristig sinnvollen und sauberen einheimischen Energieformen. Da aus Erdwärme konstante Bandenergie gewonnen werden kann, ist sie eine echte Alternative zum Strom aus Atom-, Kohle- oder Gaskraftwerken und damit ein wichtiger Pfeiler der Energiewende. Dieses Potenzial hat der Kanton Jura erkannt und hat die nötigen Bewilligungen zur Nutzung des Untergrundes erteilt. Auch die Behörden der Gemeinde Haute-Sorne stehen dem Projekt positiv gegenüber. Das Projekt in Haute-Sorne sieht ein Kraftwerk mit einer Leistung von maximal 5 Megawatt vor. Das Kraftwerk soll aus Erdwärme Strom für rund 6‘000 Haushalte generieren. Je nach lokaler Infrastruktur kann auch Fernwärme ausgekoppelt werden. 

Leuchtturmprojekt für die Entwicklung der Tiefengeothermie in der Schweiz und in Europa

Weil in der Schweiz natürliche wasserführende Schichten im tiefen Untergrund sehr selten sind, setzt Geo-Energie Suisse auf die petrothermale Geothermie und wendet das sogenannte Multiriss- Verfahren an: Mit gezielter hydraulischer Stimulation wird im kristallinen Grundgebirge, in einer Tiefe zwischen 4’000 und 5’000 Metern, Wasserdurchlässigkeit erzeugt. Das Verfahren trägt den geologi- schen Gegebenheiten in der Schweiz und in anderen Teilen Europas Rechnung und hat daher gros- ses Potenzial für die zukünftige Nutzung der Erdwärme als erneuerbare Energiequelle zur Strom- und Fernwärmeproduktion.

Nicht zuletzt wegen seinem Pioniercharakter und dem grossen geografischen Anwendungspotenzial ist das Projekt in Haute-Sorne sowohl für die Gemeinde und die Region als auch für die ganze Schweiz und Europa von grosser Bedeutung. Da das Verfahren auf den Erfahrungen aus den Schweizer Tiefengeothermieprojekten der letzten Jahre in Basel, Zürich und St. Gallen aufbaut, können die dabei gewonnenen Erkenntnisse genutzt werden, was die nationale Bedeutung des Projekts zusätzlich erhöht.

Sicherheit und Umweltschutz im Fokus

Der Beherrschung der induzierten Seismizität sowie allen anderen Umweltaspekten wird dabei be- sonders Rechnung getragen. Nebst Schutzmassnahmen (beispielsweise beim Lärmschutz), die über die jeweiligen gesetzlichen Vorschriften hinausgehen, wird eine breit abgestützte Begleitgruppe, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Bevölkerung, der Behörden und von Umweltverbänden zusammensetzt, das Projekt während seiner gesamten Realisierungsphase eng begleiten.

Grosser Schritt in die richtige Richtung

Die Geo-Energie Suisse AG misst dem Projektfortschritt in der Gemeinde Haute-Sorne grosse Be- deutung für die zukünftige Nutzung der Tiefengeothermie bei. Das Pionierwerk soll die technische Machbarkeit des angewendeten Verfahrens nachweisen und damit – langfristig – die petrothermale Nutzung der Geothermie auch in dichter besiedelten, städtischen Agglomerationen ermöglichen.

Nicht zuletzt wegen der grossen nationalen und europäischen Bedeutung des Projekts bieten sich auch Partnerschaften mit Forschungseinrichtungen im In- und Ausland an. Entsprechende Gespräche mit der ETH Zürich, als Teil des Kompetenzzentrums Swiss Competence Centers for Energy Rese- arch – Supply of Electricity (SCCER-SoE) sowie Gespräche mit EU-Partnern im Rahmen von Horizon 2020 haben bereits stattgefunden. Das gemeinsame Ziel liegt dabei auf der Hand: Das immense Energiepotenzial unter unseren Füssen soll zum Wohle zukünftiger Generationen genutzt werden und einen Beitrag zur angestrebten Energiewende leisten. 

Kontaktpersonen für Medienanfragen:

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