Liestal – Die Geothermie hat sich seit den Ereignissen in Basel technologisch deutlich weiterentwickelt und rückt als Baustein der künftigen Energieversorgung wieder stärker in den Fokus. Das zeigte der jüngste Power Talk der EBL.
Am Anlass wurden bewusst unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht. Ziel der EBL war es, Chancen und Risiken der Geothermie differenziert einzuordnen.
Dr. Rudolf Rechsteiner, Alt-Nationalrat und Dozent für erneuerbare Energien an der ETH Zürich sowie ehemaliger Verwaltungsrat der IWB, erinnerte an seine Erfahrungen mit dem Projekt «Deep Heat Mining Basel». Dieses löste im Dezember 2006 ein Erdbeben der Stärke 3,4 sowie zahlreiche Nachbeben aus und wurde in der Folge eingestellt. Die Ereignisse verunsicherten die Bevölkerung nachhaltig und beeinträchtigten die Akzeptanz der Geothermie.
Demgegenüber stellte Olivier Zingg, Geschäftsführer der Geo-Energie Jura SA, die heutigen Entwicklungen dar. Neue Verfahren, verbesserte Planung und strengere Sicherheitskonzepte hätten die Risiken deutlich reduziert. Erkenntnisse aus internationalen Projekten – insbesondere aus den USA – fliessen heute in Vorhaben wie das Projekt Haute-Sorne ein. Die Herangehensweise an Tiefenbohrungen sowie die Bohrtechnik selbst hat sich gegenüber den frühen 2000er-Jahren grundlegend verändert und ermöglicht heute eine sichere und kostengünstigere Erschliessung.
Dass dieser technologische Fortschritt auch international wahrgenommen wird, zeigte sich kurz vor dem Power Talk eindrücklich: Das US-Unternehmen Fervo Energy nahm am 13. Mai 2026 bei seinem Börsengang 1,89 Milliarden Dollar ein, der grösste Emissions-Erlös im Bereich der erneuerbaren Energien in der Geschichte der Wall Street. Investoren wie Bill Gates und Google sehen in der Geothermie eine Schlüsseltechnologie für die Stromversorgung energieintensiver Rechenzentren. Sie liefert Strom rund um die Uhr und ist CO₂-frei.
Auch aus institutioneller Sicht gewinnt die Geothermie wieder an Bedeutung. Christoph Plattner, Mitglied der Geschäftsleitung des Amts für Umweltschutz und Energie des Kantons Basel-Landschaft, betonte das wachsende Interesse auf kantonaler Ebene, insbesondere im Kontext der Wärmeversorgung. Christian Minnig, Fachspezialist erneuerbare Energien beim Bundesamt für Energie, ordnete das schweizweite Potenzial ein und zeigte die mögliche Rolle der Geothermie für eine sichere Energieversorgung auf.
Fazit des Power Talks: Geothermie bleibt technologisch anspruchsvoll, gewinnt dank Fortschritten und verbessertem Risikomanagement jedoch wieder an Relevanz – auch in der Schweiz.
Power Talks der EBL: Energiethemen zugänglich erklärt
Die Veranstaltungsreihe «Power Talk» der EBL hat sich als Plattform für aktuelle Energiethemen etabliert. Fachpersonen und Öffentlichkeit diskutieren im Elefantehuus zentrale Fragen der Energiezukunft in einem offenen und zugänglichen Rahmen.
Der nächste Power Talk findet am 23. September 2026 statt und widmet sich dem Thema: «Windkraft oder Gas – was sichert unsere Zukunft?».
Kontaktpersonen für Medienanfragen
EBL (Genossenschaft Elektra Baselland)
Mühlemattstrasse 6
4410 Liestal
Tobias Andrist, CEO
T 0800 325 000 / M 079 674 58 17, tobias.andrist@ebl.ch
Die EBL steht für eine sichere und klimafreundliche Energieversorgung
Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung des Energiesystems sind die Mission des privatrechtlichen und unabhängigen Unternehmens EBL. Als nachhaltig orientierte Genossenschaft setzen wir uns für eine ökologische Energiegewinnung ein und leisten damit unseren Beitrag zum Schutz unserer Umwelt. Vom Haushalt bis zur Industrie sind wir eine kompetente Ansprechpartnerin in den Bereichen Produktion, Verteilung und Nutzung von klimafreundlichen Energien. www.ebl.ch