FOKUS NACHHALTIGKEIT

NACHHALTIGE PRODUKTE FÜR EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT.

Im vergangenen Jahr haben wir viel über Nachhaltigkeit geschrieben − und den Worten noch mehr Taten folgen lassen. In Deutschland und der Schweiz investierten wir in bestehende und neue Sonnen- sowie Windkraftwerke. Die gewonnene erneuerbare Energie liefern wir über nachhaltige Produkte an unsere Kunden. Dazu haben wir das Portfolio unserer Stromversorgungsprodukte angepasst und fokussieren auf nachhaltige Mehrwertprodukte wie z.B. EBL Grün. Kunden beziehen mit EBL Grün ihren Strom zu 100% aus neuen erneuerbaren Energien wie Sonne, Biomasse, Geothermie und Kleinwasserkraft. Ausserdem investiert die EBL einen Teil der Einnahmen aus Mehrwertprodukten in nachhaltige Projekte. So werden beispielsweise Fischtreppen bei Wasserkraftwerken gebaut, Flussrenaturierungen vorgenommen oder ökologische Ausgleichsflächen geschaffen. Denn des einen sind wir uns immer bewusst: Der Verantwortung, die wir für unser Handeln tragen − unseren Kunden und der Natur gegenüber.

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WINDPARKS DEUTSCHLAD

« The answer, my friend … »

… is blowin’ in the wind. Tatsächlich ist die Windkraft eine gewichtige Antwort auf die Frage nach einer nachhaltigen Energiezukunft. Beispielhaft hierfür steht das Engagement der EBL gemeinsam mit anderen Investoren in deutschen Windparks.

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Was die Nutzung der Windenergie angeht, steckt die Schweiz noch in den Kinderschuhen. Den aktuellen zaghaften Planungen bläst ein stürmischer Widerstand von Teilen der Bevölkerung und dem Naturschutz entgegen. Eine andere Situation herrscht bei unseren nördlichen Nachbarn: In Deutschland ist es die Kraft des Windes, welche die Energiewende trägt. Wurden schon vor zehn Jahren stattliche 38,9 TWh ins Netz eingespeist, verdreifachte sich die Produktion bis 2019 auf 131,8 TWh. Über 30 000 Windanlagen gewährleisten heute fast ein Viertel der deutschen Bruttostromproduktion. Unterschieden wird zwischen Onshore-Anlagen auf dem Festland und den produktiveren, aber riskanteren Offshore-Anlagen im Meer. Das Prinzip der Stromgewinnung ist denkbar simpel: Der Wind treibt die grossen Rotorblätter an – je höher, je stärker. Die Achse der Rotoren ist mit einem Generator verbunden, der den Strom gewinnt, ins Netz einspeist und so die umliegende Einwohnerschaft und Wirtschaft mit erneuerbarer Energie versorgt.


Investieren beim Klassenbesten

Die beeindruckenden Werte machen Deutschland auch europaweit mit Abstand zum Klassenbesten, was die Nutzung von Windkraft betrifft. Da weder die CO2-Emissionen noch die nachhaltige Energiegewinnung Landesgrenzen kennen, investiert auch die EBL in erneuerbare Energie aus Windkraft. «Windenergie weiss unter anderem deshalb zu überzeugen, weil abgesehen von geringen CO2-Emissionen bei der Herstellung und beim Transport der Anlagen keinerlei Schadstoffemissionen mehr anfallen», sagt Yves Grebenarov. Der Leiter des Geschäftsbereichs Stromproduktion bei der EBL macht überdies darauf aufmerksam, dass die Windanlagen in Deutschland fast keinem Strompreisrisiko ausgesetzt sind. «Diese günstigen Voraussetzungen haben uns dazu bewogen, diesen Weg nicht alleine zu beschreiten, sondern mit institutionellen Investoren zusammenzuarbeiten», sagt Grebenarov. So kam es 2016 zur Gründung der EBL Wind Invest AG (EWI).


Nachhaltige Win-win-Situation

Über vier Jahre hinweg hat die EWI 12 Windparks erworben, die sich in ganz Deutschland verteilen. Der letzte Park kam 2020 hinzu. Das Eigenkapital von 117 Mio. Euro ist bis auf 25 Mio. Euro investiert. Somit wird sich die bisherige Produktion von etwa 290 000 MWh noch weiter steigern. Diese entspricht ungefähr dem Verbrauch von 64 000 Durchschnittshaushalten.
Die beteiligten institutionellen Anleger wie Pensionskassen, Fonds etc. profitieren bei ihrem Engagement nicht nur von den attraktiven und zuverlässigen deutschen Einspeisevergütungen, sondern auch vom klaren Statement der Investition in eine nachhaltige Energiezukunft. Mit der EWI bzw. der EBL können sie auf das nötige technische Know-how zählen sowie auf hervorragende Kontakte und Netzwerke in Sachen Windkraft und Zulieferer.
Die bereits bei der Fernwärme erprobte Strategie der Bündelung der Kräfte der EBL mit weiteren Investoren hat sich mit der EWI ein weiteres Mal bewährt – und wird sicher auch in Zukunft weitergeführt, um gemeinsam weitere Schritte in eine nachhaltige Energiezukunft zu wagen.

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GREENPLACES

« Ein Plätzchen im Grünen. »

GreenPlaces bietet in der ganzen Schweiz flexible und innovative Gewerbeflächen an. Auf dem Dach des neuen Standorts in Bubendorf hat die EBL die fünftgrösste Photovoltaikanlage im Versorgungsgebiet in Betrieb genommen.

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Für Start-up-Unternehmen ist es unerlässlich, kostengünstigen Raum an guter Verkehrslage mieten oder erwerben zu können. Je länger, je mehr wird überdies auch Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Das ist nicht nur dem Image förderlich, sondern auch dem Budget. Genau diese Nachfrage zu befriedigen, ist der Daseinszweck von GreenPlaces. Das Unternehmen schafft grosse Gewerbeparks, in denen die Mieterschaft ihre Räumlichkeiten möglichst individuell anpassen kann. An insgesamt neun Standorten in der ganzen Schweiz sind solche «grünen Plätze» mittlerweile fertiggestellt oder in Planung, unter anderem auch in der Wattwerkstrasse in Bubendorf in unmittelbarer Nähe zur Hauptstrasse zwischen Liestal und Waldenburg. Zur Verfügung stehen hier insgesamt 40 Einheiten à 137 Quadratmeter Fläche auf drei Stockwerken. Für den Bau und den Betrieb der Hallen verwendet GreenPlaces natürliche und nachwachsende Materialien.



Smarte Abrechnung

Zu dieser Philosophie passt hervorragend, dass die EBL auf dem Dach der Gewerbehalle im September 2020 in Eigenregie eine Photovoltaika nlage in Betrieb genommen hat. «Das ausführende Elektrounternehmen ist an uns herangetreten, weil das Potenzial des Dachs erkannt wurde», sagt Sandro Felice, Leiter Asset Management Strom Produktion . So können künftig bis zu 40 Mieterinnen und Mieter einen sogenannten Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) bilden . Das bedeutet, dass der Strom vom Dach nicht ins Netz eingespeist wird, sondern ohne Umwege direkt genutzt werden kann. Das EBL-Produkt ZEV smart ermöglicht jedem Mieter durch einen Smart Meter eine individuelle Abrechnung, die Auskunft darüber gibt, wie viel Strom vom Dach und wie viel vom EBL-Netz geflossen ist. Mit eingebunden in den ZEV ist auch die E-Mobility-Ladestation der EBL, die von den Mietern sowie von Besuchern genutzt werden kann.



Ein Schritt in Richtung 2035

Gesamthaft betreibt die EBL in der Nordwestschweiz zurzeit 19 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 2823 kWp. Im Jahr 2020 wurden 2,4 GWh Strom produziert. Die neue Anlage auf dem GreenPlaces-Dach ist die zweitgrösste der EBL und wird künftig dafür sorgen, dass sich die Jahresproduktion erheblich auf rund 2,7 GWh erhöht – genug, um 600 Durchschnittshaushalte mit Strom zu versorgen oder ein E-Auto 45 000 Mal vollzutanken.
Der Strom vom eigenen Dach erfreut sich im Baselbiet einer wachsenden Beliebtheit: 2020 hatten alle Photovoltaikanlagen im Netzgebiet der EBL eine Leistung von rund 32,4 MW. Der Anteil der Anlagen der EBL liegt somit aktuell bei rund 9 %.
Wie gross die Anlagen auch immer sein mögen: Jede produzierte Kilowattstunde ist ein Schritt in Richtung Energieziele 2035. Bis zum Ziel des Bundes von 11,4 TWh erneuerbarem Strom (ohne Wasserkraft) ist es noch ein weiter Weg. «Wichtig ist, dass vor allem die Dächer von Neubauten und Sanierungen zur Erzeugung von Strom genutzt werden, und nach Möglichkeit auch die Fassaden», sagt Sandro Felice.

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KLEINWASSERKRAFTWERK OBERMATT

« Auf weitere 60 Jahre »

Mehr als die Hälfte des in der Schweiz produzierten Stroms stammt aus Wasserkraft. Der Neubau des Flusskraftwerks Obermatt bei Zwingen ist ein klares Bekenntnis der EBL zur Region.

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Die Schweiz wird aufgrund ihres immensen Wasserreichtums als Wasserschloss Europas bezeichnet. So erstaunt es nicht weiter, dass die Wasserkraft die mit Abstand wichtigste inländische Energiequelle ist: 56 % des produzierten Stroms werden aus Wasserkraft gewonnen. Dies entspricht einem Löwenanteil von 96 % an der erneuerbaren Stromproduktion im Inland. Beeindruckende und in vielen Köpfen verankerte Symbole dieser Wasser-Power sind etwa die gigantischen Staumauern von Grande Dixence im Wallis oder im Valle Verzasca im Tessin. Aber auch eine Vielzahl von Kraftwerken, die sich die Bewegung von Fliessgewässern zunutze machen, tragen zur Stromproduktion bei. Ein Vertreter dieser Gattung ist das Flusskraftwerk Obermatt an der Birs bei Zwingen im Laufental. Ursprünglich wurde das Wasser für den Antrieb einer Säge genutzt. Die ersten Turbinen folgten in den 1920er-Jahren. Mitte der 60er-Jahre wurde der Standort auf seinen heutigen Stand gebracht. Die beiden durch die ehemalige Papierfabrik in Zwingen eingebauten Turbinen produzierten den Strom für den mittlerweile eingestellten Betrieb.

 
Regionale Verantwortung

2005 wurde das Flusskraftwerk Obermatt von der EBL übernommen und saniert. Das Unternehmen demonstrierte mit diesem Schritt seine regionale Verantwortung. «Eine Verantwortung, zu der sich die EBL mit dem Neubau des Kraftwerks auf der gegenüberliegenden Kanalseite nun erneut bekennt», sagt Martin Strohmaier, Projektleiter Wind- und Wasserkraftwerke Stromproduktion bei der EBL.
Bei der Planung des neuen Kraftwerks stellte sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit, da sich die Restwassermenge in der Birs aufgrund von Umweltauflagen annähernd verdoppelt hat. Ohne weitere Massnahmen wäre die Stromproduktion am bestehenden Standort von 1,9 MWh auf rund 1,4 MWh reduziert worden. Das Projekt zum Hochwasserschutz in Zwingen bot eine Perspektive für das Kraftwerk. Damit das Hochwasser schneller durch Zwingen abfliesst, wurde im Bereich des Kraftwerkskanalauslaufes die Birssohle abgesenkt. Um dieses zusätzliche Gefälle auch nutzen zu können, musste das Kraftwerk «tiefer gelegt»,
d. h. neu gebaut werden.

 
Eine Treppe für die Fische

So wurde entschieden, den alten Standort komplett rückzubauen und das neue Kraftwerk zu optimieren, sodass mindestens die bisherige Produktion erreicht wird. Der Kanton Basel-Landschaft erteilte im Mai 2019 die neue Konzession für den Kraftwerkbetrieb für die kommenden 60 Jahre. Flankierend hierzu wurden die EBL und andere Kraftwerkbetreiber an der Birs dazu verpflichtet, eine Fischtreppe zu bauen und ein Fischmonitoring zu planen. Als Ausgleichsmassnahme für den Neubau wurde von der EBL und den Umwelt- und Fischereiverbänden die Umwandlung bestehender Wiesengrundstücke in eine Auenlandschaft beschlossen . Gesagt, getan: Im April 2020 wurden Rückbau und Aushub parallel gestartet und wenn alles nach Plan läuft, geht das neue Kraftwerk im April 2021 in Betrieb. Die Ausgleichsmassnahmen konnten bis November 2020 bereits umgesetzt werden.

 

Ausbau der Effizienz

Im Rahmen des Neubaus des Kraftwerks bot sich die Möglichkeit, den Sohlverlauf im Unterwasser so zu verändern, dass die Kanalsohle vom Kraftwerksauslauf in einer Linie mit der Birs anschliesst. «So erhöhen wir zusammen mit der Sohlvertiefung der Birs das Gefälle um fast einen Meter. Das steigert die Stromproduktion auf rund 2,3 MWh. Nun können wir mit dem Neubau trotz deutlich verschärfter Umweltauflagen die Stromproduktion sogar erhöhen, auch wenn wir hierfür ein Drittel mehr investieren gegenüber einer Sanierung des alten Kraftwerks. Aber wir denken langfristig», sagt Martin Strohmaier.
Die jährliche Stromproduktion des Kraftwerks Obermatt kann künftig ungefähr den Bedarf von 500 Haushalten decken. Zum Vergleich: Das entspricht einem Energieäquivalent von 230 000 Litern Öl, die 10 grosse Camions prall füllen würden, und einer sich daraus ergebenden Einsparung von 672 Tonnen CO2 pro Jahr.
Im Vergleich zu den eingangs erwähnten Stauseen werden an der Birs sicherlich kleinere Brötchen gebacken. Das Kraftwerk Obermatt ist gleichwohl ein wichtiger Mosaikstein der nachhaltigen Stromerzeugung der EBL. «Das Besondere an diesem Projekt ist der lokale Bezug zwischen Erzeugung und Verbrauch der Energie. Wir zeigen den Leuten direkt vor Ort auf, dass auch kleine Kraftwerke die Ziele der Energiestrategie 2050 voranbringen und dabei alle Umweltaspekte berücksichtigt werden können», sagt Martin Strohmaier.

 

 

 

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PUERTO ERRADO 2

« In die Sonne investiert »

Seit acht Jahren betreibt die EBL mit Puerto Errado 2 ein riesiges Solarthermiekraftwerk dort, wo die Sonne über Europa am stärksten brennt. Dank dem nachhaltigen Engagement im Südosten Spaniens werden rund 9000 Haushalte mit sauberem Strom versorgt.

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Eine weniger erschöpfliche Energiequelle kann man sich nicht denken: Die Sonne sorgt für rund 10 000-mal mehr Energie, als die gesamte Menschheit überhaupt benötigt. Folgerichtig werden auf immer mehr schweizerischen Dächern Sonnenstrahlen mittels Photovoltaiktechnik in Strom umgewandelt. Doch Nachhaltigkeit kennt bekanntlich keine Grenzen und so betreibt die EBL seit mittlerweile acht Jahren in Südostspanien das Solarthermiekraftwerk «Puerto Errado 2». Auf einer Fläche von 650 000 Quadratmetern werden jährlich rund 40 Mio. kWh Strom «geerntet» und ins spanische Netz eingespeist. Das entspricht ungefähr der Versorgung von rund 9000 Durchschnittshaushalten. «Mit Puerto Errado 2 haben wir den Schritt dorthin gewagt, wo die Nutzung der Sonnenenergie am meisten Sinn macht», sagt Yves Grebenarov. Der Leiter des Geschäftsbereichs Stromproduktion spricht die eindrücklichen 3000 Sonnenstunden pro Jahr an, die in der spanischen Region Murcia gezählt werden.



Pionierleistung

Nach zweieinhalbjähriger Planungs- und Bauzeit hat die EBL im März 2012 das seinerzeit weltweit erste kommerzielle Fresnel-Solarthermiekraftwerk in Betrieb genommen. 167 Millionen Euro wurden investiert. 28 je 940 Meter lange Reihen von Solarfeldern bündeln das einfallende Sonnenlicht auf parallel laufende Rohre. Das darin fliessende Wasser wird in 270 Grad heissen Dampf umgewandelt, der via Generatoren Strom produziert. Schon bald nach der Inbetriebnahme wurde erkannt, dass die Effizienz noch nicht ausgeschöpft ist. «Auf diesen Umstand haben wir reagiert, indem wir ein eigenes Unternehmen gegründet haben, das den Betrieb sicherstellt. Heute sorgen vor Ort 32 Mitarbeitende von der EBL für eine Top-Performance», freut sich Yves Grebenarov, der drei bis vier Mal pro Jahr die Anlage besucht und immer wieder von Neuem von den Dimensionen begeistert ist.
Für den ins spanische Netz fliessenden Strom erhält die EBL Einspeisevergütungen, die wiederum für weitere energieeffiziente Projekte im In- und Ausland verwendet werden können.



Roboterreinigung

Der Betrieb von Puerto Errado 2 ist kein blosser Selbstläufer, sondern wird laufend optimiert. So wird etwa von 2019 bis 2021 der Reinigungsbetrieb für die Solarspiegel komplett automatisiert. Roboter werden dafür sorgen, dass der aufsetzende Staub schnell eliminiert wird und die Umwandlung der Sonnenstrahlung somit voll zum Tragen kommt. Mit dieser Massnahme werden der Ertrag gesteigert und die Kosten gesenkt.
Ohne Frage gehört Puerto Errado 2 zu den grössten Projekten der EBL überhaupt und geniesst sowohl für die Nachhaltigkeitsstrategie wie auch für die Erreichung der Energiewende einen entsprechend hohen Stellenwert. Die Anlage befindet sich zurzeit noch im ersten «Lebensdrittel», die prognostizierte Lebensdauer von 40 Jahren dürfte aufgrund des guten technischen Zustands und der umsichtigen Wartung mit grösster Wahrscheinlichkeit übertroffen werden. Überdies soll Puerto Errado 2 nicht das einzige Engagement der EBL in Spanien bleiben. «Wir können und wollen weiterhin in Spanien wachsen. Aus diesem Grund sind wir zurzeit auf der Suche nach Möglichkeiten im Bereich Photovoltaik», blickt Yves Grebenarov in die Zukunft.

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WÄRME LIESTAL

« Verbunden durch Wärme. »

In Sachen Fernwärme hat die EBL schon in den 1990er-Jahren Pionierarbeit geleistet. Heute werden 47 Wärmeverbünde in der ganzen Schweiz betrieben – Tendenz steigend. Ein Meilenstein ist der Grosswärmeverbund Liestal, der rund 75% des Wärmebedarfs des Kantonshauptorts abdeckt.

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Zu den beliebtesten Attraktionen des Sport- und Freizeitbades Gitterli gehört das beheizte Wellnessbecken im Freien. Mag das Wetter noch so garstig und die Temperaturen noch so frostig sein: Hier lässt es sich aufgrund des wohlig warmen Wassers herrlich entspannen. Geheizt wird das Bad nicht etwa mit Öl oder Gas, sondern durch Fernwärme von der nahen Heizzentrale Forstwerkhof. In Kürze wäre eine Sanierung der Anlage fällig. Diese wird nun aber mit dem Anschluss an den Grosswärmeverbund Liestal hinfällig. «Wie beim Verbund Hallenbad müssen in den nächsten Jahren weitere fünf Heizzentralen in Liestal saniert werden. Mit dem Grosswärmeverbund Liestal machen wir Nägel mit Köpfen und schliessen alle unsere Wärmeverbünde zusammen», sagt Roger Scheidegger, Leiter Geschäftsbereich Wärme bei der EBL. Nach der Baubewilligung im Frühjahr 2020 für die Modernisierung der grossen Heizzentrale neben der Zentralwäscherei steht der Realisierung dieses wegweisenden Fernwärmeprojekts nichts mehr im Wege.

 
Zusammenarbeit mit der Forstwirtschaft

Was die Produktion von Wärme in einer zentralen Heizungsanlage mit Energieholz aus der Region sowie die Verteilung derselben in umliegende Liegenschaften betrifft, gehört die EBL ohne Frage zu den Pionieren. Schon ab den 1990er-Jahren wurden im oberen Kantonsteil erste eigene Verbünde erstellt und die Verantwortung für mehrere bestehende Anlagen übernommen. In der Folge eilte der gute Ruf der EBL auch in anderen Landesteilen voraus. Heute werden schweizweit 47 Wärmeverbünde betrieben – vorwiegend im Mittelland, in der Romandie und im Berner Oberland.
Ein wichtiger Faktor für die Nachhaltigkeit ist das Bestreben der EBL, die benötigte Primärenergie möglichst regional zu beziehen. So werden beispielsweise lokale Abwärmequellen wie Abwasserreinigungsanlagen genutzt oder der Bedarf an Holz über die regionale Forstwirtschaft gedeckt – wie beim Grosswärmeverbund Liestal. Das macht die Wege kurz und sichert Arbeitsplätze.

 

Wärme für 7500 Haushalte

Die Grundlage für den Grosswärmeverbund Liestal bildete die Übernahme der Fernwärme Liestal vom Kanton Basel-Landschaft im Jahr 2016. Nach der Projekt- und Planungsphase wurde im Mai 2020 die Baubewilligung erteilt und direkt im Anschluss mit der ersten Bauetappe begonnen. «Zurzeit wird die Heizzentrale an der Spitalstrasse modernisiert und der Anschluss der Wärmeverbünde Burg, Brunnmatt und Hallenbad gewährleistet», sagt Roger Scheidegger. Der Rück- und Neubau wird in einem eng getakteten Zeitplan parallel ausgeführt, sodass sich die bestehenden Kunden stets auf die Wärmeversorgung verlassen können. Mit den nächsten beiden Etappen in den Jahren 2027 und 2030 wird der Zusammenschluss aller sieben Wärmeverbünde abgeschlossen und der Grosswärmeverbund Liestal ist Realität. Über ein 30 Kilometer langes Leitungsnetz wird ein Energiebedarf von 100 GWh verteilt, was rund 75% des Wärmebedarfs der Stadt Liestal entspricht oder der Nachfrage von 7500 Haushalten. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass der Verbund nicht an den Gemeindegrenzen Halt macht, sondern sich auch nach Lausen, Frenkendorf und Füllinsdorf erstreckt. Der Grosswärmeverbund Liestal arbeitet nicht nur bedeutend effizienter als mehrere kleine, gleichzeitig wird auch der Anteil an erneuerbaren Energien von unter 50 auf über 90 Prozent gesteigert.

 
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