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Geschäftsbericht

Geschäftsjahr 2025

Die EBL (Genossenschaft Elektra Baselland) blickt auf ein solides Geschäftsjahr 2025 zurück. Trotz hoher Marktvolatilität, regulatorischer Veränderungen und geopolitischer Unsicherheiten behauptete sich die EBL mit einer klaren strategischen Ausrichtung und gezielten Investitionen in Versorgungssicherheit, erneuerbare Energien und effiziente Infrastrukturen. 
Highlights Geschäftsbericht

Lagebericht

Gezielte Investitionen – Stabile Leistung

Mit der Akquisition der Agro Energiezentrum Rigi AG sowie des Fernwärmeverbunds der ECOGEN Rigi Genossenschaft in Küssnacht am Rigi konnte die Sparte Wärme ihre Marktstellung deutlich stärken. Im Geschäftsjahr 2025 hat die EBL ihre strategische Ausrichtung konsequent fortgeführt und trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen ein sehr gutes operatives Ergebnis erzielt. Die Energiemärkte zeigten eine weitere Normalisierung, blieben jedoch volatil, was sowohl die Beschaffungsseite als auch die Absatzmärkte beeinflusste. In diesem Umfeld konnte die EBL ihre Position in zentralen Geschäftsfeldern stärken, wichtige Investitionen tätigen und die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleisten.
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Netz
Die hohe Investitionsdynamik im Stromnetz prägte das Berichtsjahr. Modernisierungen, der Roll-out der Smart-Meter-Technologie sowie Netzertüchtigungen führten zu einer Erhöhung der regulierten Anlagenbasis, während der behördlich festgelegte WACC von 4,13 % auf 3,98 % sank. Der Netzabsatz stieg, und Tarifanpassungen ermöglichten eine Reduktion der Deckungsdifferenzen um 3,9 MCHF. Die Versorgungskennzahlen blieben stabil: Die durchschnittliche Unterbrechungsdauer pro Endverbraucher lag bei 14,78 Minuten (inkl. 4,20 Minuten aufgrund Smart-Meter-Ausrollung). Zudem wurde die Integration der Saphir Group AG weiter vorangetrieben.

Stromhandel und -vertrieb
Tiefere Marktpreise reduzierten im Marktgeschäft die Umsätze, wirkten sich jedoch positiv auf die Beschaffungskosten aus. Die Deckungsdifferenzen der Grundversorgung konnten dank stabilen Kundentarifen und günstigerer Beschaffung von 12,1 MCHF Ende 2024 auf 2,1 MCHF reduziert werden. Die Nachfrage im Stromvertrieb blieb solide, und es konnten zahlreiche Lieferverträge erneuert und neu abgeschlossen werden. Die Kosten für Ausgleichsenergie stiegen gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend investiert die EBL aktiv in die Optimierung von Prognosekompetenzen sowie Intraday-Handel.

Stromproduktion
Die Produktion erreichte 146 GWh, was 1,4 % über der Soll-Produktion, jedoch 13 % unter der langjährigen Erwartung liegt. Während die Produktion in Deutschland aufgrund eines windschwachen Jahres tiefer ausfiel, blieb die Wasserkraft in der Schweiz stabil. Regulatorische Korrekturen wirkten sich positiv auf das Ergebnis in Spanien aus. Im Versorgungsgebiet wurden zusätzliche Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen, darunter die innovative Gewächshausanlage Voltiris in Füllinsdorf. Aus dem alpinen PV-Projekt am Monte Tamaro hat sich die EBL zurückgezogen. Beim Geothermieprojekt in Haute-Sorne wurde erfolgreich die Teststimulation durchgeführt. Internationale Entwicklungsprojekte mussten teilweise wertberichtigt werden; das Portfolio wurde konsolidiert und auf baureife Projekte fokussiert.

Wärme
Die Wärmesparte entwickelte sich sehr positiv: Der Energieabsatz stieg um 10,9 % auf 239,7 GWh, und der Anteil erneuerbarer Wärme erreichte mit über 87 % einen Höchstwert. Trotz punktueller Herausforderungen – etwa Unterbrechungen bei Abwärmelieferungen – war der Betrieb der grossen Verbünde planmässig. Der neue Wärmeverbund Worblental wurde offiziell in Betrieb genommen. Projekte in Moutier und Opfikon mussten hingegen aus wirtschaftlichen bzw. regulatorischen Gründen eingestellt werden. Mit der Akquisition der Agro Energiezentrum Rigi AG und des Fernwärmeverbunds der ECOGEN Rigi Genossenschaft stärkte die EBL ihre Wertschöpfungskette in den Bereichen Pellets, Wärme und Strom. Die EBL gehört nun zu den drei grössten Pelletproduzenten der Schweiz.

Corporate
Die Corporate Functions konzentrierten sich auf die Weiterentwicklung der IT- und Assurance: Die Migration des ERP-Systems in die Cloud, der Roll-out von M365 sowie der Aufbau eines konsistenten Projekt- und Assurance-Managements verbesserten Effizienz und Transparenz.

Ausblick 
2026 tritt das zweite Umsetzungspaket des Mantelerlasses in Kraft. Für die EBL stehen insbesondere die Umstellung der Beschaffungsstrategie in der Grundversorgung, die Einhaltung neuer Energieeffizienzziele, zusätzliche Anforderungen an die Stromkennzeichnung sowie die Regulierung von Flexibilitäten im Fokus. Auch die einheitliche Vergütung dezentraler Einspeisungen und der Ausbau virtueller ZEV-Strukturen (vZEV) erfordern Anpassungen in Netz, IT und Kundenprozessen.

Der WACC für die Stromnetze wird 2026 auf 3,43 % und 2027 auf 3,28 % reduziert.

Der Krieg im Nahen Osten sorgt 2026 für geopolitische Verunsicherungen, die kurzfristig nicht abnehmen werden. Entsprechend hoch wird auch die Volatilität in den europäischen Energiemärkten bleiben.

Der Geschäftsbericht 2025

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