Geschäftsjahr 2019

HIGHLIGHTS

EBITDA

(GEWINN VOR FINANZERFOLG, STEUERN UND ABSCHREIBUNGEN )
 

Ergebnis nach Minderheitsanteilen

ENTSCHULDUNGSFAKTOR

In 0,6 Jahren kann die EBL ihre Finanzschulden aus eigener Kraft zurückzahlen.

Vorwort

2019 – EIN WICHTIGES JAHR IM ZEICHEN DER ENERGIEWENDE

Erich Geiser, Präsident des Verwaltungsrates

Mit der Abschaltung des AKW Mühleberg hat die Schweiz die Energiewende eingeläutet. Die EBL steht mitten drin und ist motiviert, ihren Beitrag als Genossenschaft zu leisten. Die Herausforderung ist gross – wir packen es an.

Das Jahr 2019 war mit der Abschaltung des Kernkraftwerks Mühleberg ein geschichtsträchtiges Jahr für die Energiewirtschaft. Die im Jahr 2018 verabschiedete Energiestrategie wird in Bezug auf die Kernkraft (keine neuen AKWs) das erste Mal bemerkbar umgesetzt.

Weiter lesen...

Mühleberg ist ein kleineres Kernkraftwerk mit rund 373 MW Leistung und einer Jahresproduktion von 3000 GWh (ca. 5% des Schweizer Stromverbrauchs). In den kommenden Jahrzehnten werden auch die restlichen vier Reaktoren stillgelegt. Damit verliert die Schweiz rund 36% der schweizerischen Stromproduktion. Bedenkt man, dass in den nächsten Jahren aufgrund der Elektrifizierung des Verkehrs (Elektromobilität) und der Zunahme der Wärmeproduktion mittels erneuerbarer Energien (Wärmepumpen) noch einiges an Mehrverbrauch hinzukommt, dann lässt sich erahnen, dass die Herausforderungen in Bezug auf die Stromversorgung gross sind und zusätzlich steigen werden. Es braucht massive Anstrengungen hinsichtlich Effizienzsteigerung und der Produktion von klimaneutralen Energien. Gefragt sind dabei alle: die Verbraucher, der Staat (Bund, Kantone, Gemeinden) und die Energieversorger.

Die EBL ist Teil dieser Transformation – und wir sind bereit dazu. Seit Jahrzehnten investiert die EBL in den Bau von Wärmeverbünden mit erneuerbaren Energien, in die Produktion von erneuerbarem Strom oder mit unserer Energieberatung in die Steigerung der Effizienz. Wir werden in Zukunft noch konsequenter in diese Strategie investieren, neue Projekte initiieren und realisieren sowie unsere Kunden unterstützen. Zudem werden wir noch intensiver daran arbeiten, unsere Kunden in diese Transformation einzubeziehen. Denn es sind letztlich unsere Kunden und deren Nachfahren, für die wir uns im Rahmen der Transformation engagieren.

Dafür braucht es ein gutes Team aus Mitarbeitenden, Kadern und Verwaltungsräten. Auch in Letzterem hat sich im Jahr 2019 einiges verändert. Unser langjähriges Mitglied Dr. Beat Sturzenegger ist nach rund zehn Jahren ausgetreten. Neu gewählt wurden Damaris Buchenhorner und Martin Thommen, welcher bereits im November 2019 zum designierten Verwaltungsratspräsidenten ab Juli 2020 gewählt wurde.

Für das intensive Jahr 2019 gilt mein grosser Dank den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern sowie den Delegierten, die so geradlinig und unterstützend hinter der Genossenschaft EBL stehen. Der neuen Kollegin, meinem neuen und meinen langjährigen Kollegen im Verwaltungsrat danke ich für die konstruktive Zusammenarbeit. Der Geschäftsleitung danke ich für ihr grosses Engagement in der Gesamtleitung des Unternehmens und auch für die erfolgreiche Umsetzung der Unternehmensziele. Allen Mitarbeitenden danke ich für den unermüdlichen Einsatz für unsere EBL.

«Die Energiewende gelingt nur dank unseren Kunden.»

TOBIAS ANDRIST, CEO

IM GESPRÄCH

INTERVIEW MIT TOBIAS ANDRIST, CEO DER EBL.

Klimawandel war das Thema 2019 – insbesondere auch bei den jüngeren Generationen. Die Proteste der Jugend haben kurzfristig viel in Bewegung gesetzt. Der Kampf gegen den Klimawandel und für die Energiewende ist aber ein Marathon. Ein Marathon braucht Überzeugung, Ausdauer und Energie. Dank unseren Kunden und der Genossenschaft hat die EBL alle drei Komponenten.

Interview lesen...

Die Klimaproteste haben uns im Jahr 2019 stark bewegt: Wie haben Sie diese erlebt?

Ich finde es gut, dass sich die Jugend dieses Themas angenommen hat. Die Jugendlichen sind es letztlich, welche sich natürlicherweise am längsten damit beschäftigen und mögliche Konsequenzen des Klimawandels tragen müssen. Diese Bewegung hat insbesondere in der Politik einiges angestossen, um den Klimawandel zu adressieren und die Energiewende zu beschleunigen. Diese Motivation ist wichtig. Aber die Transformation in eine klimaneutrale Zukunft ist ein Marathon. Noch leben wir weltweit zu rund 80% von fossilen und klimaschädlichen Energieträgern. Der globale Energiebedarf steigt kontinuierlich an. Die Herausforderung ist entsprechend sehr gross und es braucht einen langfristigen und globalen Ansatz, der lokal umgesetzt wird. Mit dem Paris-Abkommen sowie den nationalen und regionalen Strategien und Massnahmen sind wir auf dem richtigen Weg. Um aber klimaneutral zu werden, braucht es noch sehr viel mehr Überzeugung und Massnahmen als heute angedacht. Diese wiederum brauchen die Unterstützung der Bevölkerung und somit unserer Kunden.

Sie sagen, die Energiewende gelingt nur dank den Kunden. Was meinen Sie damit?

Die Produktions- und Effizienzseite der Energiewende kann quasi staatlich verordnet werden, z.B. durch Subventionen oder Effizienzvorgaben. Ab einem gewissen Ausmass bedarf dies der Zustimmung der Politik und somit der Bevölkerung. Durch die starke Zunahme der erneuerbaren Energieqellen verstärken sich die Schwankungen im Angebot und die Planbarkeit wird geringer sowie kurzfristiger. Die Energieversorger müssen daher vermehrt auch die Verbraucherseite regeln und an die Produktion anpassen können, z.B. indem zukünftig Elektromobile in den Stunden geladen werden, in denen zu viel Strom im Netz verfügbar ist. Auch dies braucht die Zustimmung sowie Mitarbeit der Kunden und es braucht Innovationen und Technologien, die das ermöglichen.

Innovation, Technologie und Kundenerlebnisse sind sehr grosse Trends der heutigen Zeit. Wie adressiert die EBL diese Trends im täglichen Geschäft?

Alle drei Trends stehen bei der EBL im Vordergrund und wir arbeiten auf vielen Ebenen daran. Innovationen und Technologien sind oft nur so gut wie die Akzeptanz der Kunden. Ein optimales Kundenerlebnis steht somit im Vordergrund. Im Jahr 2019 haben wir mit unseren Kunden gemeinsam viel in die Entwicklung – beispielsweise unseres neuen Rechnungslayouts – investiert, welches Anfang des Jahres lanciert wurde. Auch die Weiterentwicklung unserer Website ist dabei wichtig. Im Hintergrund haben wir in neue Systeme investiert, um die digitale Schnittstelle zu den heutigen und den potenziellen Kunden zu optimieren. Das nun etablierte Product Innovation Team hat einige neue und attraktive Produkte und Services für unsere Kunden entwickelt. Zudem setzen wir auf neue Technologien, um den technischen Betrieb unserer Anlagen digital zu unterstützen und damit zu optimieren.

Was waren für Sie die Highlights, wenn Sie auf das Jahr 2019 zurückblicken?

Das ist eine schwierige Frage. Wir hatten viele Highlights. Ich denke, eines der wichtigsten Highlights war, dass wir die Versorgungssicherheit in unserem Stromnetz mit 13,3 Minuten Unterbruch pro Kunde auf einem sehr hohen Niveau halten konnten. (Der schweizerische Durchschnitt lag bei ca. 21 Minuten.) Das ist vielleicht nicht so spektakulär, aber im Kern der wichtigste Beitrag der EBL für unsere Gesellschaft.

GESCHÄFTSBEREICH Netze

Zwischen hoher Verfügbarkeit und fairen Preisen

Norbert Bäckert, Leiter Geschäftsbereich Netze

GESCHÄFTSBEREICH Netze

Als Spezialisten der Elektrotechnik sind wir den Umgang mit einem hohen Spannungsfeld gewohnt. Zuallererst erwartet man von uns eine hohe Verfügbarkeit der elektrischen Energie. Viele und lange Unterbrechungen der gewohnten Energieversorgung hätten einen negativen Einfluss auf die Lebensqualität der Baselbieter Bevölkerung und den Erfolg des ansässigen Gewerbes.

Weiter lesen...

2019 waren unsere Kunden durchschnittlich nur 13,1 Minuten stromlos. Das sind rund 7 Minuten unter dem schweizerischen Durchschnitt. Die Kosten für diese Dienstleistung soll die Budgets unserer Kunden jedoch nicht übermässig belasten. Nach der dritten Senkung der Netznutzungsgebühren in Folge liessen es die Betriebskosten 2019 zu, die Tarife für das Jahr 2020 weiterhin stabil zu halten.

Trotz dem Anspruch, die hohe Versorgungsqualität zu tiefen Preisen zu erhalten, gibt uns die unternehmerische Weitsicht auch die Aufgabe, wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen. Nur so können die finanziellen Mittel bereitgestellt werden, um unsere Ziele verfolgen. Das diesjährige Ergebnis ermöglicht uns auch weiterhin den Ausbau eines sicheren und zukunftsfähigen Stromnetzes, das die Chancen der Digitalisierung sinnvoll nutzt.

GESCHÄFTSBEREICH STROM

Kundenorientierung und Innovation im Fokus

Tobias Andrist, CEO und Leiter Geschäftsbereich Strom

GESCHÄFTSBEREICH STROM

Im Jahr 2019 lag der Fokus auf unserer Arbeit für die Kunden und der Innovation im Kontext der Energiewende. Das mittlerweile etablierte Product & Innovation Team (PIT) hat mehrere neue Produkte und Services zur Marktreife geführt, mit denen wir unsere Kunden im Rahmen dieser Transformation unterstützen können.

Weiter lesen...

So ist es unseren Kunden möglich, bei EBL Ladestationen Strom zu beziehen und sich beim Schritt in die Elektromobilität beraten zu lassen. Wir kümmern uns darum. Ebenso durften wir den ersten Grossbatteriespeicher von 1000 kW Leistung in Pratteln in Betrieb nehmen. Mit diesem stellen wir für unser Netz, aber auch für Swissgrid, Ausgleichsleistung zur Verfügung. In der Schweiz akquirierten wir viele neue Stromkunden mit einem Absatz von über 60 Mio. kWh.

Auch im Bereich der Regelenergie konnten wir mehrere neue Kunden gewinnen, welche nun über EBL rund 6000 kW als Ausgleichsleistung an Swissgrid vermarkten. In Deutschland haben wir den Kundenbestand weiter ausgebaut und Prozesse verbessert. Bei einer Vielzahl von Projekten hat die EBL Energieberatung unsere Kunden dabei unterstützt, ihren Energieverbrauch zu optimieren.

GESCHÄFTSBEREICH WÄRME

Erneute Steigerung Wärmeverkauf trotz warmem Jahr

Roger Scheidegger, Leiter Geschäftsbereich Wärme

GESCHÄFTSBEREICH WÄRME

Das zweite Jahr in Folge war die Witterung deutlich wärmer als in den Jahren 2001 bis 2010. Dennoch konnte der Absatz an Energie gesteigert werden. Insgesamt wurden im Jahr 2019 93 neue Liegenschaften an unsere bestehenden Verbünde angeschlossen.

Weiter lesen...

Auch die Pipeline für Anschlüsse im nächsten Jahr ist erfreulich voll, denn es konnten 89 Verträge abgeschlossen werden. Der Trend zu ökologischeren Systemen zeigt sich auch hier deutlich. Das grosse Highlight des Jahres war die Freigabe des Projekts zur Sanierung der Fernwärme Liestal und zum Zusammenschluss aller Liestaler Verbünde bis zum Jahr 2030.

Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von 72 Millionen Franken wird den Anteil regionaler und erneuerbarer Energie deutlich von heute 50% auf über 90% steigern. Die Inbetriebnahme der sanierten Zentrale bei der Zentralwäscherei Liestal ist für die Heizperiode 2021/2022 geplant.

GESCHÄFTSBEREICH TELECOM

Erfolgreich behauptet trotz starkem Wettbewerb

Adrian Koessler, Leiter Geschäftsbereich Telecom

GESCHÄFTSBEREICH TELECOM

Das Jahr 2019 war wie erwartet wiederum ein von der Konkurrenz stark geprägtes Jahr. So kämpften alle Serviceanbieter an allen Fronten um Kunden. Uns ist es mit einem Kundenbindungsprogramm gelungen, den Rückgang in den letzten Jahren nahezu zu bremsen und somit den Kundenstamm zu halten.

Weiter lesen...

So wollen wir mit jedem Kunden mindestens einmal im Jahr in Kontakt treten und uns austauschen, um gemeinsam erfolgreich und zufrieden in die Zukunft zu gehen. Auch die Investitionen in die Neukundenakquise haben sehr viel dazu beigetragen, dies nicht zuletzt, da die EBL über sehr gute und konkurrenzfähige Produkte verfügt. So konnte Ende Jahr das Internetprodukt mit einer Bandbreite von 1 Gbit/s* eingeführt werden.

Nachdem Anfang Jahr die Fusionsabsichten zwischen unserem Service Provider UPC und Sunrise bekannt wurden, schaute die ganze Branche gespannt darauf, welche Vorteile dies für unsere Kunden bringen würde. Die Fusion scheiterte dann im November, da die Sunrise- Aktionäre sich nicht einig waren.

Dank der konsequenten Verfolgung des Kostenoptimierungsprogrammes konnte das Ergebnis gegenüber dem Budget übertroffen werden.

* Noch nicht verfügbar in den Netzen der Region Liestal.

Lagebericht

DIE EBL IST AUF DEM BESTEN WEG IN EINE NOCH NACHHALTIGERE ZUKUNFT.

Mit einer Stromversorgungssicherheit von 99,997% verfügt die EBL über eine im nationalen Vergleich äussert zuverlässige Stromversorgung. Preisgünstige und umweltfreundliche Energie unseren Kunden zur Verfügung zu stellen, ist unser Auftrag. Das Kundenerlebnis wird laufend verbessert – die neu gestaltete Stromrechnung ist nur ein Beispiel dafür.

2019 hat die EBL neun neue Produkte zur Marktreife gebracht. Die Produkte reichen von Grossbatterien, Zusammenschluss zum Eigenverbrauch über Ladestationen für Elektromobilität und Contracting-Lösungen für Trafostationen bis zu öffentlicher Beleuchtung. Sich stets zu verbessern, soll auch in die DNA der Mitarbeitenden übergehen: Die EBL hat 2019 eine Lean-Roadmap erstellt mit dem Ziel, eine echte Lean-Company zu werden. Wir wollen unser Handeln konsequent auf den Kunden ausrichten und nicht wertschöpfende Tätigkeiten systematisch reduzieren. Dafür wollen wir 10% der Arbeitszeit aller Mitarbeitenden einsetzen.

Weiter lesen...

Stromproduktion

Im Jahr 2019 konnten über die Investitionsgesellschaft EBL Wind Invest AG zwölf weitere Windenergieanlagen in Deutschland akquiriert werden. Derzeit verfügt die Gesellschaft über 112 MW installierter Leistung und produziert 293 GWh Strom. Ende 2019 konnte die dritte Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen werden. Weitere MEUR 37 stehen für Investitionen in On-Shore-Windanlagen in Deutschland zur Verfügung.

Nach der erfolgreichen Umsetzung von EBL Fernwärme AG und EBL Wind Invest AG arbeitet die EBL nun an der Entwicklung eines neuen Investitionsgefässes für Pensionskassen und Versicherungen, welches 2020 lanciert werden soll.

In Spanien konnte die EBL eine Entwicklungspipeline von 1000 MWp Photovoltaikanlagen sichern, woraus die EBL das Recht hat, 100 MWp zu bauen. Dank den stark gesunkenen Produktionskosten von PV-Paneelen kann beispielsweise in Spanien Strom aus PV-Anlagen am Markt ohne Subventionen erfolgreich abgesetzt werden.

Im Dezember 2018 hat das Bundesgericht die Einsprachen im Kanton Jura gegen das Geothermieprojekt abgewiesen. Der Widerstand im Kanton Jura ist gegen das Projekt immer noch gross. Im Jahr 2019 hat der Bund MCHF 64 Förderbeiträge für die Bohrung gesprochen, was die Realisierungschance erhöht.

Stromvertrieb

Anfang Jahr sind die Strompreise für 2020 in der Schweiz von knapp EUR 56/MWh auf EUR 46/MWh gefallen. In Deutschland konnten 17 700 neue Kunden für Strom und Gas akquiriert werden. Aufgrund der stringenten Vorschriften der DSVGO sind die Akquisekosten weiter gestiegen. Per Ende Jahr beträgt der Kundenbestand in Deutschland 33 800 (Vorjahr 29 000).

In der Schweiz konnte der Bestand an Regelenergie weiter erhöht werden. Innovative Beschaffungsprodukte wie Tranchenmodelle erfreuen sich einer regen Beliebtheit. Bei einer Vielzahl von Projekten haben wir unsere Kunden unterstützt, ihren Energieverbrauch zu optimieren.

Stromverteilnetz

Dank weiteren Verbesserungen und Effizienzsteigerungen konnten die Tarife zum dritten Mal in Folge weiter abgesenkt werden. Die EBL verfügt schweizweit über kompetitive Stromnetznutzungstarife. Der Wertbestand der Anlagen wurde weiter gesteigert.

Wärme

Das zweite Jahr in Folge war die Temperatur um 8% deutlich wärmer als in den Jahren 2001 bis 2010. Dennoch konnte der Absatz an Energie gesteigert werden. Insgesamt wurden 93 neue Liegenschaften mit einer Leistung von 4,7 MW an unsere bestehenden Verbünde angeschlossen. Auch die Pipeline für Anschlüsse im nächsten Jahr ist mit 89 vertraglich gesicherten Anschlüssen bzw. rund 5,5 MW erfreulich voll. Der Trend zu ökologischeren Systemen zeigt sich auch hier deutlich.

Das grosse Highlight des Jahres war die Freigabe des Projekts zur Sanierung der Fernwärme Liestal und zum Zusammenschluss aller Liestaler Verbünde bis zum Jahr 2030. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von MCHF 72 wird den Anteil regionaler und erneuerbarer Energie deutlich von heute 50% auf über 90% steigern. Die Inbetriebnahme der sanierten Zentrale bei der Zentralwäscherei Liestal ist für die Heizperiode 2021/2022 geplant.

Telecom

Das Jahr 2019 war wiederum sehr wettbewerbsintensiv. Dank verstärkten Vertriebsaktivitäten und einem Kundenbindungsprogramm ist es uns gelungen, den Kundenrückgang der letzten Jahre stark abzubremsen und die Anzahl verkaufter Produkte zu halten.

Ein Internetprodukt mit einer Bandbreite von 1 Gbit/s wurde erfolgreich lanciert, wie auch Mobiltelefonieangebote, wo wir derzeit 11 000 Kunden (plus 63% gegenüber dem Vorjahr) zählen. Dank der konsequenten Verfolgung des Kostenoptimierungsprogrammes konnte das Ergebnis gegenüber dem Budget übertroffen werden.

Ausblick

Für 2020 werden wir mit den grossen Fernwärmeprojekten Worblental (11,5 MW) und Sanierung der Fernwärme Liestal in die Bauphase gelangen. Den Fernwärme- und Kälteverbund Opfikon (18,5 MW Wärme; 14,8 MW Kälte) wollen wir zur Realisierungsreife bringen.

Im Stromvertrieb bereiten wir uns intensiv auf die Marktöffnung vor, werden neue innovative Produkte entwickeln und die Customer Experience weiter verbessern.

Für institutionelle Investoren sind Anlagen in Infrastrukturanlagen ein zunehmendes Bedürfnis. Die EBL mit ihrer Expertise im Assetmanagement wird ein Anlageprodukt in neue erneuerbare Energieproduktionsanlagen für den Europaraum lancieren.

GESELLSCHAFTSORGANE

Die Geschäftsleitung

Geschäftsleitung
1
2
3
4
5
6
1

Yves Grebenarov

Leiter des Geschäftsbereichs Stromproduktion

Sparte Stromproduktion

2

Adrian Koessler

Leiter Geschäftsbereich Telecom

Sparte Telecom

3

Tobias Andrist

CEO & Leiter Geschäftsbereich Strom

4

Roger Scheidegger

Leiter Geschäftsbereich Wärme

Sparte Wärme

5

Alain Jourdan

CFO / Stv. CEO

Financial Services

6

Norbert Bäckert

Leiter Geschäftsbereich Netz

Sparte Netz

Die Organe der Genossenschaft

Organisation

Die EBL ist als privatrechtliche Genossenschaft organisiert. Die Genossenschafter sind juristische und private Personen sowie fünf Dorfgenossenschaften. Sie besitzen Liegenschaften, die am Stromnetz der EBL angeschlossen sind. Die Rechte der Mitglieder werden durch die Delegiertenversammlung ausgeübt. Am 6. Juni 2019 trafen sich die Delegierten zur ordentlichen Versammlung in der Mehrzweckhalle «Stutz» in Lausen. Gezählt wurden 181 Delegierte sowie zahlreiche Gäste.

Bericht aus der Delegiertenversammlung.

CEO Tobias Andrist informiert über das Geschäftsergebnis und den Erfolg der verschiedenen Geschäftsbereiche. Die Stromversorgung ist und bleibt das Kerngeschäft der EBL. Die Versorgungssicherheit konnte im Jahr 2018 weiter erhöht werden. Durchschnittlich war jeder Einwohner/jede Einwohnerin lediglich 9,7 Minuten ohne Strom. In die Erneuerung der Stromnetzinfrastruktur wurden MCHF 13 investiert. Die Netznutzungskosten konnten dank schlanken Arbeitsabläufen und dem unermüdlichen Einsatz des gesamten Teams um 6,5% gesenkt werden. Bei der Stromproduktion konnten wir mit unserer Beteiligungsgesellschaft EBL Wind Invest AG im Jahr 2018 sieben neue Windparks akquirieren. Zu- dem haben wir nach jahrelangen Diskussionen betreffend das Kleinwasserkraftwerk Obermatt eine Lösung mit den Umweltverbänden gefunden, worauf wir endlich eine Konzession und Baubewilligung erhalten haben. In der Sparte Wärme konnten wir mit unseren 55 Fernwärmeverbünden rund 52 000 Tonnen CO2 einsparen. Ab dem Jahr 2020 wird die EBL in Liestal eine neue Grosswärmezentrale bauen und alle dezentralen Fernwärmeverbünde in Liestal sukzessive anschliessen. Die Realisierung der Erneuerbaren Energieschiene Ergolztal (3ET) rückt somit wieder ein Stück näher. Nach diversen Rekursen wurden die Einsprachen gegen das Geothermieprojekt Ende 2018 durch den Bundesgerichts- entscheid beseitigt. Damit liegen nun alle Bewilligungen für das Pilotprojekt in Haute-Sorne im Kanton Jura vor. In der Sparte Telecom gingen die Anzahl verkaufter Produkte auf 146 833 zurück. Dennoch konnte der EBIT um MCHF 0,8 gesteigert werden und rund MCHF 6,2 ins Telecomnetz investiert werden. CFO Alain Jourdan legt die Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 vor. Die EBL konnte den Umsatz weiter steigern und steht als kerngesundes Unternehmen mit hohem Eigenkapitalwert da.

Neuwahlen im Verwaltungsrat

Nach einer Amtszeit von zehn Jahren ist Dr. Beat Sturzenegger auf eigenen Wunsch aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten. Wir danken ihm für sein Engagement. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurden Damaris C. Buchenhorner und Martin Thommen. Die übrigen Verwaltungsräte wurden für eine weitere Amtsperiode bestätigt.

Neuwahl der Revisionsstelle

Durch den Antrag des Verwaltungsrates wurde PricewaterhouseCoopers aus Basel für die Amtsdauer von einem Jahr neu als Revisionsstelle gewählt. Sie löst damit die BDO AG ab.

EBL Organigramm
Verwaltungsrat

Geiser Erich
Bennwil, Präsident

De Courten Thomas
Rünenberg, Vizepräsident

Buchenhorner Damaris C.
Ramlinsburg (neu ab 6.6.2019)

Buser Christoph
Füllinsdorf

Heinzelmann Alexander
Ramlinsburg

Oberer Heiner
Pratteln

Schaffner Rudolf
Sissach

Sturzenegger Beat, Dr.
Vordemwald (demissioniert per 6.6.2019)

Thommen Martin
Sissach (neu ab 6.6.2019)

Weber Stefan
Arboldswil

Zeller Beat
Tecknau

Revisionsstelle

BDO AG, Liestal
(bis 31.12.2018)

PricewaterhouseCoopers, Basel
(ab 1.1.2019)

Geschäftsleitung

Tobias Andrist
CEO, Strom

Alain Jourdan
Stv. CEO, Finanzen und Dienste

Norbert Bäckert
Netz

Roger Scheidegger
Wärme

Adrian Koessler
Telecom

Yves Grebenarov
Stromproduktion (Ab Februar 2020)