FINANZIELLES ERGEBNIS IN KÜRZE

ZAHLEN 2020

Alain Jourdan, CFO / Stv. CEO

 

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Trotz der Corona-Krise konnte die EBL Umsatz und Gewinn steigern. Der Umsatz erhöhte sich von 229,8 MCHF auf 258,9 MCHF (+13%), wovon 22,8 MCHF des Umsatzwachstums auf die Akquisition des deutschen Stromvertreibers BayWa Ökoenergie zurückzuführen sind. Die EBITDA-Marge reduzierte sich aufgrund höherer Strombeschaffungskosten in der Schweiz, was teilweise durch die Auflösung von Rückstellungen kompensiert werden konnte. Die EBL investierte im Geschäftsjahr 65,7 MCHF (Vorjahr 42,9 MCHF) − mehrheitlich in den Bau von Wärmeverbundsanlagen sowie in die Erneuerung der Netzinfrastruktur bei einem erwirtschafteten betrieblichen Cashflow von 54,6 MCHF. Die Eigenkapitalquote ist mit 70,4% weiterhin sehr hoch.


Umsatz

Im Stromvertrieb konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 28,7 MCHF gesteigert werden. Nebst dem akquisitorischen Wachstum von 22,8 MCHF durch die per 1. Juli 2020 erworbene Firma BayWa Ökoenergie konnte der Absatz im Schweizer Markt um 20,3 GWh (3,1%) auf 680,8 GWh gesteigert werden. Die Tarifgestaltung im Stromnetz basiert auf einem Cost-plus-Ansatz, welcher durch den Regulator festgesetzt ist. Ein höherer Anlagenbestand aufgrund grosser Investitionen in die Versorgungssicherheit, Sonderabschreibungen im Zusammenhang mit der vorgeschriebenen Smart-Meter-Einführung und auf dem Firmenareal wegen der geplanten Arealentwicklung sind die Gründe für einen um 1,7 MCHF höheren Umsatz gegenüber dem Vorjahr. In der Stromproduktion konnte die EBL von einem guten Sonnenjahr in der Schweiz und in Spanien profitieren. Die Stromvermarktungspreise und Einspeisevergütungen lagen unter dem Vorjahr, was zu einem Umsatzrückgang von 1,7 MCHF führte. Auch 2020 lagen die Heizgradtage deutlich (−12%) unter dem langjährigen Mittel, was den Absatz der Wärme belastete. Dank dem Zubau von 3,3 MW (+2,7%) Anschlussleistung konnte der Umsatz dennoch um 0,6 MCHF gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Im Telekommunikationsgeschäft ist der Wettbewerb weiterhin sehr hart umkämpft: Sinkende durchschnittliche Erträge sowie Kundenverluste haben zu einem Umsatzrückgang von 1,4 MCHF geführt.


Bruttogewinnmarge

Der Rückgang der relativen Bruttogewinnmarge von 53% im Vorjahr auf 45% im Jahr 2020 ist auf den grösseren Anteil am Handelsgeschäft im deutschen Haushaltskundenmarkt zurückzuführen sowie auf deutlich höhere Strombeschaffungskosten in der Schweiz.


Kosten

Die Personalkosten sind gegenüber dem Vorjahr um 3% gestiegen. Bei einem praktisch unveränderten Personalbestand in Vollzeitäquivalenten von 316,4 (Vorjahr 317,7) stiegen die Festanstellungen um 7,9 Stellenprozente, während Temporär- und Praktikantenstellen reduziert wurden. Aufgrund der Pandemie wurden deutlich weniger Ferien bezogen und die Gleitzeitsaldi haben sich im Unterschied zum Vorjahr erhöht. Dank der Auflösung von 2,7 MCHF Rückstellungen, mehrheitlich für Marktrisiken, haben sich die anderen betrieblichen Aufwendungen um 2,4 MCHF reduziert. In den Abschreibungen auf Sachanlagen sind 0,4 MCHF für den vorzeitigen Ersatz der Stromzähler aufgrund der Einführung von Smart Meter sowie 1,0 MCHF Sonderabschreibungen für die Neugestaltung des Areals enthalten. Im Vorjahr waren 17 MCHF für Sonderabschreibungen der Telecomnetze enthalten. Durch die Abschreibung des Kundenwerts und des Goodwills bei BayWa Ökoenergie erhöhen sich die Abschreibungen für immaterielle Anlagen gegenüber dem Vorjahr.


Steuern

Bei den Steuern konnten nicht benötigte Abgrenzungen von 1,9 MCHF aufgelöst werden.


Mittelflussrechnung

Die Investitionen in Sachanlagen betrugen 51,8 MCHF, wovon 20,2 MCHF in die Stromnetze und 18,6 MCHF in die Wärmenetze investiert wurden. Die Investitionen in Finanzanlagen betreffen Darlehen an assoziierte Gesellschaften sowie 3 MCHF Zuweisung an die Arbeitgeberbeitragsreserve. Mit einer sehr hohen Eigenkapitalquote, einer tiefen Nettoverschuldung im Vergleich zum EBITDA von 0,9 (Vorjahr 0,6) sowie einem Fedafin-Rating von A+ ist die EBL ein krisenresistentes, gesundes Unternehmen.

 

KONSOLIDIERTE ERFOLGSRECHNUNG

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KONSOLIDIERTE BILANZ

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EBL_GB-20_Kons_Bilanz_Passiven_DE

KONSOLIDIERTE GELDFLUSSRECHNUNG

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Der Geschäftsbericht 2020
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